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Was hat Eisen mit dem Erythrozyten zu tun?

Dass Eisen das 26. Element des Periodensystems ist und eine Atommasse von 55,845 u hat, war Ihnen möglicherweise nicht bekannt. Vielleicht war es Ihnen aber auch nicht so wichtig, denn viel bedeutender und bekannter ist Eisen als ein essenzieller Baustein des Lebens!

Eisen ist ein unverzichtbares Spurenelement für fast alle Lebewesen. In pflanzlichen Organismen beeinflusst es die Photosynthese sowie die Bildung von Chlorophyll und Kohlenhydraten. Im Körper von Mensch und Tier liegt es oxidiert als Eisen(II) und Eisen(III) vor. Als Zentralatom des Kofaktors Häm b in Hämoglobin und Myoglobin und in Cytochromen ist es bei vielen Tieren und beim Menschen für Sauerstofftransport und -speicherung sowie für die Elektronenübertragung verantwortlich. Die Bindung des Sauerstoffs erfolgt dabei an einem Eisenkomplex des Protoporphyrins IX (Häm), das übrigens auch für die leuchtend rote Farbe der Blutkörperchen sorgt1,2.

Normalerweise kann der Körper das benötigte Eisen durch die Nahrung aufnehmen. Bestimmte Faktoren führen jedoch zu einem gestörten Verhältnis zwischen Aufnahme und Bedarf. Ursachen können z. B. ein erhöhter Blutverlust während der Menstruation oder aufgrund von Krankheiten sein sowie ein gesteigerter Eisenbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit3.

Was passiert nun, wenn dem Körper zu wenig Eisen zur Verfügung steht? Blässe, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind dann häufig die Folge4.

Weltweit wird die Prävalenz auf mehrere hundert Millionen Menschen geschätzt und gilt damit als die wahrscheinlich häufigste Mangelkrankheit überhaupt3.

Die moderne Medizin ist heute in der Lage, Eisenmangel schnell und wirksam zu bekämpfen. Dazu stehen sowohl orale als auch injizierbare Therapieoptionen zur Verfügung.

Eisencarboxymaltose, das Molekül auf unserer Bilddarstellung, ist ein polynuklearer Eisen(III)-hydroxid-kohlehydrat-Komplex vom Typ I, der speziell für die parenterale Eisenersatztherapie entwickelt wurde5.

Mit einem solchen neuzeitlichen Eisentherapeutikum lassen sich bis zu 1.000 mg Eisen innerhalb von 15 Minuten infundieren.

Heutzutage wird die moderne Eisentherapie in immer mehr Indikationsgebieten erfolgreich eingesetzt, so z. B. in der Onkologie, Kardiologie, Nephrologie und Gynäkologie, aber auch in der Neurologie/Psychiatrie und der Gastroenterologie.

Quellen:

  1. J. Falbe, M. Regitz (Hrsg.): Römpp Chemie Lexikon, 9. Aufl. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1992
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Hämoglobin (Stand 04.08.2011)
  3. Jan Hastka, Hermann Heimpel, Georgia Metzgeroth, Eisenmangel und Eisenmangelanämie, April 2011  
    Available from: http://www.dgho-onkopedia.de/onkopedia/leitlinien/eisenmangel-und-eisenmangelanaemie (Stand 04.08.2011)
  4. Herold: Innere Medizin. Köln 2007, S. 24.
  5. Wajeh Qunibi, MD1, Carlos Martinez, MD2, Mark Smith, MD3, Joseph Benjamin MD4, and Quinn Dinh: Vergleich von i.v. Eisencarboxymaltose mit oralem Eisen bei Anämiepatienten mit nicht-dialysepflichtiger CKD, eine randomisierte kontrollierte Studie, ASN, 4 Nov 2007 (SU-P01030)
     

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